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Barfuß unterwegs | wieso, weshalb, warum

BARFUß UNTERWEGS IN LEIPZIG

GESUNDHEIT FÄNGT AM BODEN AN | WIESO, WESHALB, WARUM


Lesezeit:

5min

Was erfährst du:

  • Warum ich barfuß unterwegs bin
  • Ein paar Basics zum Barfußlaufen

 



Warum dreckige Füße, Schnupfen, kalte Beine, eingetretene Dinge, kaputte Füße, schlecht für die Knie, unhygienisch, dicke Hornhaut nichts mit Barfußlaufen zu tun haben. Warum ich sehr vielen diesen natürlichen "Trend" empfehlen kann.


EIN EVOLUTIONÄRER SPAß


Unser Fuß entstand aus einem Greiffuß, also einem unserer Hand sehr ähnlichem Gebilde. Beim Greiffuß sind die Fußwurzelknochen flach neben- und hintereinander angeordnet. Diese Bauweise ist super, insofern wir uns mit den Füßen an Dingen festhalten würden wollen. Da wir aber die Bäume verlassen haben, hat sich diese Art von Fuß durch mangelnder Stabilität nicht als günstig zum Laufen erwiesen. Durch Anpassungsschritte stehen nun die Fußwurzelknochen übereinander zueinander. Dadurch hat sich ein Gewölbe gebaut, welches auch Längs- und Quergewölbe genannt wird.

 

Diese Spannung und Stabilität ermöglichen Muskeln, Bänder und Sehnen. Und genau diese Spannung in Kombination mit etwas Fußsohlenfettgewebe erlaubt uns Stöße und Erschütterungen abzufangen, zu dämpfen und abzufedern. Aus der evolutionären Sichtweise für mich schon sehr sinnvoll gedämpfte Schuhe zu "tragen". Der Körper ist auf Effizienz optimiert - wenn einer Energie sparen kann, dann der Körper - alles was nicht benötigt wird, oder noch besser - nicht benutzt wird - weg damit. Use it, or loose it ist die Devise. Wenn ich also meine Fußmuskeln nicht adäquat benutze, rationalisiert der Körper gnaden los.

 

Abgesehen von den Muskeln hat der Körper bewusst viele Sinnenkörperchen (Tast, Druck, Temperatur etc.) nach unten an die Fußsohle gelegt. Er ist das erste, was in der Regel den Boden berührt - eine Art Fühler, welcher Kontakt zu dem Untergrund herstellt.  Diese Sinneswahrnehmungen werden neben Gleichgewicht, Eigenwahrnehmung des Körpers und vielem mehr in den Rechenzentralen Rückenmark und Gehirn verschalten, bewertet, interpretiert und gesteuert.  

 

Nimm mal dein Handy, wickel es in 20 Lagen Alufolie ein und frage einen lieben Menschen, ob er dich mal anrufen mag. Was denkst du könnte passieren? Eventuell kommt der Anruf durch, allerdings ist die Verbindung eventuell nicht die beste... Nun tauschen wir Alufolie gegen deinen gut gedämpften Schuh - Abschirmung von Sinneseindrücken vom Feinsten.

 

Wenn man sich also vor Augen hält, was die Evolution da unten geschaffen hat, "muss man nur mit dem Kopf schütteln und meinen, was für ein Quatsch - Schuhe sind viel besser!" 


ES FÄNGT IN DER KINDHEIT AN


Von Kindern können wir noch so vieles lernen, doch was machen wir für Schindluder. Der Großteil von uns hat als Kinder sicherlich Schuhe getragen. Ich kann mich an meine ersten Schuhe nicht mehr erinnern, aber an meine letzten. Im Kindersport (Stand 2015) sehe ich dieses Phänomen sehr oft. 1 bis 3 jährige laufen oft Barfuß, teils mit "Antirutschsocken" - als hätte der Fuß kein Grip - wenn dann passt der Untergrund nicht zu unseren Füßen. Falls es Glatt sein sollte, ist es die Aufgabe des Körpers sich darauf ein zu stellen, Achtsamkeit und erhöhte Propriorezeption (Eigenwahrnehmung des Körpers) herzustellen und ihm nicht das Gefühl in Form von Noppensocken ab zu trainieren. Vielleicht ein Grund, warum man Sturzprophylaxe barfuß machen sollte.

 

Balancieren, Laufen, Steigen fällt den Kindern nach einer gewissen Anlernphase leicht. Je nach Anpassung und Verschaltung des Körpers geht dies mal schneller oder langsamer. Eltern fragen dann, wie sie dies trainieren können - meine Antwort: probieren lassen. Nach dem Motto: Trail and Error - Versuch und Irrtum. Dies wende ich auch in der Therapie und grundlegenden Bewegungsmustern an - eh ich mir den Mund fusselig Rede lasse ich die Leute oft probieren und spüren. Geht es oder geht es nicht - wenn etwas nicht funktioniert - dann gehe ich auf Spurensuche, warum es nicht funktioniert.

 

Wenn Kinder dann mit ihren ersten Minisärgen an den Füßen kommen - Klötze teils wie Beton - kannst du an sich vieles vergessen.

  • Balancieren - weg.
  • Einbeinstand - weg.
  • Springen und sensorisch Landen - weg.
  • Regulierende Beinachse - weg.

Teilweise ein getappse - als würde der Körper ab den Knöchel die Welt nicht mehr verstehen...



KNIESCHMERZEN - DAS KNIE KANN NICHTS DAFÜR!


Der ein oder andere hat vielleicht Knie(schmerzen) - man geht aufs Wackelkissen, macht Stretching und 1000 und eine Übungen für das Knie. Im klassischen Sinne symptomatisches Behandeln, wie so oft in der Therapie. Das Knie kann in den meisten Fällen aber nichts dafür - es schreit Aua - die Ursache ist aber darüber, darunter oder ganz wo anders (zum Beispiel Kiefer).

 

TESTE DEINE BEWEGLICHKEIT IM KNIE

  • Falls du gerade sitzen solltest - eine Aufgabe für dich (insofern du möchtest):
  • Du möchtest - du stehst - Beine gestreckt - Füße stehen parallel.
  • Beuge deine Knie OHNE das sich dein Hüftgelenk oder dein Sprunggelenk bewegt! Geht nicht? Probier es nochmal. Immer noch nicht? Komisch...

Du merkst vielleicht, dass das Knie nur so gut funktionieren kann, wie das Sprunggelenk, welches an deinem Fuß dran hängt. (Hüfte lasse ich jetzt außen vor - da würde ich sonst kein Ende finden). Wenn du also deine Sensorik und deine Muskeln im Fuß bereits eingebüßt hast, was soll das Knie großartig machen als zu kompensieren (und der Körper kann super kompensieren, bis das System zusammenbricht und etwas zerstört wird)?  


WARUM UND DARUM BARFUß


Als ich mich mit solchen Dingen angefangen habe zu beschäftigen, schaute ich meine Füße an und verfluchte innerlich die Schuhindustrie, Orthopäden und die elterliche Fürsorge. Die Schublade könnte ich noch weiter aufziehen und wir landen bei einem gesellschaftlichen Problem, in welches der Mensch in seiner modernen, jetzigen Form  nicht reinpassen würde... .

 

Man kann es aber auch (bis jetzt) niemanden für übel nehmen - da man es nicht besser wusste bzw. nicht kommuniziert hat. Jeder weiß zwar, dass Barfußlaufen irgendwie gesund sein soll, aber machen...und wie...?

 

Vor 2 Jahren (2013) habe ich mich angefangen  intensiv mit dem Fuß auseinander gesetzt - und beschlossen 26 Jahre Schuhetragen zu den Akten zu legen. Da ich ein motorischer Vorfußläufer bin, habe ich den Schritt von 0 auf 100 nicht sonderlich gespürt. Ich beschäftigte mich zuvor sehr mit dem Thema Faszien und habe dazu auch verschiedenste Ausbildungen (u.a. beim Dr. Robert Schleipp) besucht. Täglich habe ich meine Plantarfaszie (Fußsohle) und den restlichen Körper mit entsprechenden Equipment behandelt, um entsprechende Probleme zu vermeiden. Am Anfang war ich auf den Wiesen unterwegs, habe verschiedene Untergründe und Temperaturen erfühlt. Und dann kam der Tag, als ich keine Schuhe beim nach Draußen gehen an hatte. Das war tatsächlich mitten im Winter. 


BLICKE, ALS WÄRE MAN VON EINEM ANDEREN STERN


In der Leipziger City - Barfuß - das sind die Menschen außerhalb des Sommers nicht gewöhnt. Fragende Blicke löcherten meine Füße. Überzeugt davon, etwas gesundes zu tun, hält mich nichts davon ab. Ob barfuß in öffentliche Einrichtungen, Bioläden, Gaststätten, Hotels  und Ärzte.

 

Manche Leute sprechen mich auch drauf an. Sie bekommen von mir eine ehrliche Antwort: Nutzen sie das Potential ihrer Körpers in seiner ganzen, natürlichen Form. Manche wollen meine Füße sogar sehen, da sie denken dort befindet sich eine dicke Hornhautschicht. Hornhaut bildet sich, wenn Körperstellen vermehrt Druck und Reibung ausgesetzt werden. Die äußerste Hautschicht wird animiert Hornhaut zum Schutz zu bilden. Durch ständige Reibung und Beanspruchung des Fußes beim Barfußlaufen läuft sich vorhandene Hornhaut sehr schnell und dauerhaft ab und es bildet sich lebendes Gewebe - sogenannte Lederhaut - weich und strapazierfähig. 


ERSTE HÜRDEN (SELBST IN GESUNDHEITSVEREINEN)


Sehr spannend fand ich dann, als ich in der Therapie barfuß trainieren wollte (es ging nicht ums Arbeiten, da dies aus Gründen der Hygiene und des Arbeitsschutzes nicht möglich sei).

 

Gehen wir mal auf die hygienischen Gründe ein:

Wir wundern uns, dass resistente Keime uns das Leben schwer machen und Antibiotika ihre Wirkung verfehlen? Unsere Bakterien der Darmflora durch Steril machen dezimiert wird? Hygienische Gründe sind für mich kein Grund, da ich meine Füße täglich wasche und pflege - Gegenfrage: wie schaut wohl die tägliche Fußpflege von Schuhträgern aus?

 

Nun zum Arbeitsschutz:

Arbeitsschutz ist im Grunde genommen eine Gesetzgebung für die Minimierung des Verletzungsrisikos und die Erhaltung der Grundgesundheit des Angestellten (Grundgesundheit = Ableiten von Lebens- und Arbeitsenergie). Ehrlich? Ich arbeite als Sporttherapeut in einem Gesundheitssportverein, welcher Menschen wieder in den Alltag integrieren und zur gesunden Bewegung animieren soll. Dem Sportler kann ich die Schuhe ausziehen und selber muss sie anbehalten?  

 

Was für eine Sinn freie Bestimmung im Gesundheitssport. In meinen Augen ein Schritt gegen die Natur des Menschen und seiner Achtsamkeit. Wenn jemand an einem Hochofen oder in Chemikalien steht - dann könnte die Arbeitszentrale ein paar Zentimeter über dem Hals eventuell sagen: "Achtung, schütze deine Füße." Wenn man im Büro sitze oder in der Therapie Menschen etwas gutes möchte (und auch für sich selber) - dann könnte eine Idee sein, solch eine Entscheidung einem selbst zu überlassen. Daher trage ich in der Therapie Minimalschuhe (auch Barfußschuhe fürs Marketing genannt). Die restliche Zeit barfuß.

 

ZUM BARFÜßIGEN ABSCHLUSS

Ganzheitlich denken - der Körper ist eins - also kann man ihn auch so benutzen - das Potential, was uns die Natur und Evolution gegeben hat nutzen und nicht was die Industrie & Co dem Menschen, uns suggeriert. Barfuß anfangen und auf den Körper hören - zieht es in der Wade, wie setze ich mit dem Fuß auf.



Falls dir der Betrag gefällt, dann teile ihn gerne mit deinen Freunde & Bekannten.

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Bis bald und lebe natürlich gesund!

 

Dein artgerechter Coach Carsten



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Kommentare: 3
  • #1

    Jürgen Hirschmann (Donnerstag, 08 Oktober 2015 21:43)

    Sehr geiler Bericht.

  • #2

    Nadja (Samstag, 10 Oktober 2015 09:07)

    Sehr guter Beitrag! Ich trage seit drei Jahren fast ausschließlich Barfußschuhe und finde das Gefühl großartig. Im Studio trainiere ich auf ganz dünnen Noppensocken, da hat bisher niemand was gesagt. Ganz barfuß im Alltag traue ich mir nicht, obwohl die Mädels im Büro alle Verständnis hätten (alles Yogis). Wir laufen aber viel auf Socken rum. Vor einigen Wochen habe ich mir leguanos bestellt. Die sind viel, viel angenehmer als vivobarefoot. Solltest du mal probieren, vielleicht wären die was für dich. Lg Nadja

  • #3

    Stefan (Sonntag, 11 Oktober 2015 18:59)

    Guter Bericht, der die Vorteile beim Barfußlaufen beschreibt.
    Habe dieses Jahr (wieder) mit dem Barfußlaufen angefangen. War während meiner Studentenzeit viel barfuß unterwegs. Die Erfahrungen und Eindrücke mit den verschiedenen Böden möchte ich nicht mehr missen. Diese Freiheit an den Füßen war speziell in der Anfangsphase sehr erfrischend.


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Carsten Wölffling (B.Sc) 

Sporttherapeut, Food- & Lifestyle Coach, Barefoot Coach, Paleo Coach, Biohacker

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