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Vitamin B1 | Thiamin

VITAMIN B1 | THIAMIN

DAS ERSTE B-VITAMIN



Lesezeit:

10min

Was erfährst du:

  • Was ist Vitamin B1 (Thiamin)


Vitamin B1 (Thiamin) ist das erste B-Vitamin, dass von Forschern entdeckt wurde. Es gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und spielt eine wichtige Rolle für das Nervensystem. Es war Kanehiro Takaki, ein Generalarzt der japanischen Marine, welcher im Jahr 1884 bemerkte, dass etwas mit seinen Matrosen nicht stimmte. Die Matrosen starben auf seinen Schiffen an einer Krankheit namens Beriberi. Takaki vermutete, dass es etwas damit zu tun hatte, dass seine Seeleute nur weißen Reis aßen.

 

Erst 1897 fand der Militärarzt Christiaan Eijkman im niederländischen Indien heraus, dass die vom weißen Reis entfernte Kleie Probleme verursachte. In der Ernährung fehlte etwas.

 

Der polnische Biochemiker Casimir Funk isolierte 1911 aus Reiskleie,was er "Vitamine" bezeichnete". Niederländische Chemiker begannen 1926 mit der Isolierung und Kristallisation dieses Wirkstoffs. Der US-Chemiker Robert Williams bestimmte die Struktur von Vitamin B1 und synthetisierte es im Jahr 1936. Vitamin B1 war entdeckt.

 

In Japan wurde festgestellt, dass unzureichendes Thiamin zu einer Störung des zentralen Nervensystems namens Beriberi führte. Die Supplementierung mit Thiamin alleine half aber nicht, da die Bioverfügbarkeit schlecht war (Bioverfügbarkeit ist der Anteil eines Wirkstoffs oder einer Substanz, welche sobald es in den Kreislauf des Körpers eintritt, eine Wirkung zeigt und nicht als Abfall beseitigt wird.). Es wurde eine große Menge Thiamin benötigt, um Beriberi Symptome zu lindern.

 

So haben japanische Wissenschaftler ein Derivat (ein abgeleiteter Stoff mit einer ähnlichen Struktur)  von Vitamin B1 namens Sulbutiamin geschaffen, um die Gesundheitskrise in der japanischen Bevölkerung in den Griff zu bekommen. Sulbutiamin besitzt eine höhere Bioverfügnarkeit als Standardthiamin. Auf Grund seiner Fettlöslichkeit (Thiamin ist wasserlöslich) kann es besser die Blut-Hirn-Schranke leichter überwinden. Von Thiamin gibt es noch ein fettlösliches Derivat, welches eine höhere Bioverfügbarkeit verspricht: das Benfotiamin.


WAS PASSIERT BEI EINEM VITAMIN B1 MANGEL?


Die klinischen Symptome eines Thiaminmangels sind:

  • Anorexie (Appetitlosigkeit) oder schneller Gewichtsverlust
  • Kolitis (Oberbegriff für verschiedene akut oder chronisch verlaufende Entzündungen des Dick- oder Grimmdarmes - oft mit Durchfall begleitet)
  • Durchfall
  • Nervenschäden
  • Nervenentzündung (Neuritis)
  • Müdigkeit
  • Abnahme des Kurzzeitgedächtnisses
  • Reizbarkeit
  • Muskelschwäche
  • Mentale Veränderungen wie Apathie (Teilnahmslosigkeit) oder Depression
  • Herz-Kreislauf-Effekte wie ein vergrößertes Herz

Ein Thiaminmangel ist in den westlichen Industrieländern nicht sehr verbreitet. Laut USDA beträgt die RDA (Recommended Daily Allowance - tägliche empfohlene Zufuhr eines essentiellen Nährstoffs) für Männer 1,2 mg/Tag für Männer und für Frauen 1,1 mg/Tag. Es wird angenommen, dass die meisten Erwachsenen diese Anforderung erfüllen und dass manche Erwachsene mit einer zusätzlichen Einnahme die tägliche Aufnahme von Vitamin B1 sogar verdoppeln oder verdreifachen (1).

 

Ein Thiamin-Mangel kann eine Störung namens Beriberi verursachen, die seit Tausenden von Jahren in Populationen beobachtet wurde. Diese Krankheit geht mit Muskelschwund und schweren kardiovaskulären Problemen, wie ein vergrößertes Herz, einher.

 

In entwickelten Ländern, wie den Vereinigten Staaten, sehen wir häufig einen Thiaminmangel bei Alkoholikern, welcher auch als Wernicke-Korsakoff-Syndrom bekannt ist.


WOZU BRAUCHT DER KÖRPER VITAMIN B1?


Vorteile von Vitamin B1

VITAMIN B1 VERBESSERT DEN STOFFWECHSEL


Thiamin wird benötigt, um Adenosintriphosphat (ATP), das wichtigste energietragende Molekül des Körpers, welches in den Mitochondrien der Zellen hergestellt wird, zu produzieren. Thiamin wird benötigt bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Glukose. Thiamin ist auch bei dem Abbau von Proteinen und Fetten beteiligt (4). 

 

Man weiß, dass die coenzymatische Form von Thiamin an zwei Haupttypen metabolischer Reaktionen im Körper beteiligt ist: 

  • Decarboxylierung und 
  • Transketolierung

Wenn du Thiamin zu dir nimmst, dann wird es ins Blut und Plasma transportiert und dann von den Zellen zur Energieumwandlung genutzt.

 

Thiamin spielt auch eine wichtige Rolle bei der Produktion von roten Blutkörperchen. Da Thiamin und andere B-Vitamine von Natur aus energieverstärkend wirken und benötigt werden, um ATP aus Lebensmitteln zu produzieren, findet man sie oftmals als Ergänzung als B-Vitamin-Komplex. Vitamin B1 wird auch Menschen verabreicht, welche an Stoffwechselerkrankungen leiden.


VITAMIN B1 VERBESSERT DAS NERVENSYSTEM


Thiamin wird benötigt, um Kohlenhydrate aus unserer Nahrung umzuwandeln. Die Hauptaufgabe von Kohlenhydraten ist die Bereitstellung von Energie für den Körper. Insbesondere für das Gehirn und das Nervensystem. Thiamin wird speziell für ein System von Enzymreaktionen benötigt, welches Pyruvat-Dehydrogenase genannt wird. Dieses dient dazu Zucker, welchen wir essen, zu oxidieren (5). 

 

Ohne genügend "Treibstoff" aus der Nahrung, um die Funktion unseres Nervensystems zu unterstützen, können wir Nervenschäden erleiden. Die ist dann in mangelnder Merk- und Konzentrationsfähigkeit zu spüren. Thiamin ist auch bei der Entwicklung von Myelinscheiden beteiligt, die sich um die Nerven wickeln und den Nerv schützen.


VITAMIN B1 HAT EINEN POSITIVEN EINFLUSS AUF DAS GEHIRN


Frühere Untersuchungen zeigen bei Patienten mit einem niedrigen Thiamin- und Pyruvat-Dehydrogenase-Dysfunktionen Bewegungsstörungen. Die Gabe von Thiamin zeigte signifikante Verbesserungen. Hochdosiertes Thiamin verbessert die Müdigkeit bei Patienten nach einem Schlaganfall.

 

Vitamin B1 ist bei der Entwicklung der Myelinscheide, einem Mantel, welcher die Nerven umhüllt, beteiligt. Vitamin B1 - Therapie stellt nicht nur Neuroprotektion,  sondern auch einen günstigen Einfluss auf fortgeschrittene, neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Wernicke-Enzephalopathie, Wernicke-Korsakoff - Syndrom oder Huntington-Krankheit dar.

 

Im Gehirn wird es  sowohl von den Nervenzellen als auch von anderen unterstützenden Zellen im Nervensystem benötigt. Du siehst also, dass ein Vitamin B1 Mangel an unsere graue Substanz geht!


VITAMIN B1 & DAS HERZ-KREISLAUF-SYSTEM


Thiamin ist wichtig für die Produktion des Neurotransmitters Acetylcholin. Dies wird verwendet, um Nachrichten zwischen den Nerven und den Muskeln weiterzuleiten, wobei unser Herz einer der Hauptmuskeln ist, die auf diese entscheidenden Signale angewiesen sind.

 

Um eine korrekte Herzfunktion und einen gesunden Herzschlagrhythmus aufrechtzuerhalten, müssen die Nerven und Muskeln in der Lage sein, körperliche Energie zu verwenden, um einander zu kommunizerien. Neuere Studien haben gezeigt, dass Thiamin bei der Bekämpfung von Herzerkrankungen nützlich sein kann, da es hilft, eine gesunde ventrikuläre Funktion aufrechtzuerhalten (6).


VITAMIN B1 & DAS IMMUNSYSTEM


Thiamin hilft, den Muskeltonus entlang der Wände des Verdauungstraktes aufrecht zu erhalten, wo sich ein großer Teil des Immunsystems befindet. Die Gesundheit des Verdauungstraktes ist wichtig für die Aufnahme von Thiamin, da ein gesunder Verdauungstrakt deinen Körper ermöglicht, besser Nährstoffe aus der Nahrung auf zu nehmen. Diese können dazu verwendet werden, dein Immunsystem zu stärken und dich davor zu schützen, krank zu werden. Thiamin hilft auch bei der Sekretion von Salzsäure, die für die vollständige Verdauung von Nahrungspartikeln und die Aufnahme von Nährstoffen unerlässlich ist.

 

Thiamin hilft, das Risiko für die Entwicklung der spezifischen Hirnstörung namens Wernicke-Korsakoff-Syndrom (WKS) zu senken. WKS-Symptome sind unwillkürliche Muskelbewegungen, Nervenschäden, Lethargie und Schwierigkeiten beim Gehen. Diese Gehirnerkrankung ist mit niedrigen Thiaminspiegeln verbunden und wird häufig bei Alkoholikern beobachtet, insbesondere bei Menschen, die eine schlechte Ernährung haben (7). 

 

Hinzu kommt, dass Alkohol beeinträchtigt die Fähigkeit des Körpers, Thiamin aus Lebensmitteln aufzunehmen.

Es wird angenommen, dass zwischen 30% und 80% der Alkoholiker einen Thiaminmangel haben. Hohe Dosen von Thiamin können auch dazu beitragen, die Symptome des Alkoholabbaus zu verringern.


VITAMIN B1 VERBESSERT DAS GEDÄCHTNIS


Thiamin ist ein entscheidendes Vitamin für die Erhöhung des Fokus, Energie, Bekämpfung von chronischem Stress und möglicherweise verhindert es sogar Gedächtnisverlust. Studien habe eine Verbindung zwischen einem Thiaminmangel und Problemen beim Lernen und Merken von Informationen gefunden. Eine Studie zeigte, dass Thiamin bei den Testpersonen schnelle Reaktionszeiten und ein Gefühl der Klarheit verursachte (9).


VITAMIN B1 VERBESSERT DIE STIMMUNG


Thiamin verbessert die Fähigkeit des Körpers, Stress zu widerstehen, was ein Grund ist, warum B-Vitamine oft als "Anti-Stress" Vitamine bezeichnet werden. Ein Mangel an Energie kann zu einer schlechten Stimmung und Motivation beitragen. Thiamin wird benötigt, um deine Stimmung zu stärken und schützt gegen Depressionen und Angstzuständen.

 

Es kann Entzündungen abwehren und zur Aufrechterhaltung einer gesunden Gehirnfunktion beitragen, die für die Entscheidungsfindung im Gehirn verantwortlich ist. Eine gesunde Nervenfunktion ist entscheidend, um Stress und Angstzustände zu kontrollieren und die Stimmung zu steigern.


GIBT ES NEBENWIRKUNGEN VON VITAMIN B1?


NEBENWIRKUNGEN VON VITAMIN B1


Eine Überdosierung über die Nahrung ist nicht möglich. Auf Grund der Wasserlöslichkeit wird überschüssiges Vitamin B1 über die Niere ausgeschieden. Man kann davon ausgehen, dass selber bei einer oralen Ergänzung von Thiamin keine toxischen Wirkungen eintreten. Bei einer Injektion weit über die empfohlenen Tagesdosen könnte dies der Fall sein. Der Darm kann auch nur eine geringe Menge an Vitamin B1 aufnehmen. 

 

Es wird angenommen, dass Thiamin von einigen Menschen, die Leberprobleme haben, viel Alkohol trinken oder andere spezifische medizinische Indikationen haben, nicht richtig aufgenommen werden kann. Darüber hinaus gibt es einige Lebensmittel, von denen bekannt ist, dass sie die Aufnahme von Thiamin stören (11).

 

Bestimmte Substanzen in Kaffee und Tee, welche  Gerbstoffe genannt werden, können mit Thiamin reagieren, indem sie es in eine Form verwandeln, die der Körper nur schwer richtig aufnehmen kann, was zu Verdauungsproblemen und einem Thiaminmangel führen kann. Dies wird jedoch selten in westlichen Populationen beobachtet. Falls du ein Vitamin-B-Präparat zu dir nimmst, nicht mit Kaffee oder Tee!

 

Die Forschung zeigt auch, dass roher Süßwasserfisch und Schalentiere Chemikalien enthalten können, die Thiamin zerstören. Dies wurde bei Menschen beobachtet, die große Mengen roher Meeresfrüchte essen. Gekochter Fisch und gegarte Meeresfrüchte verursachen nicht das Problem.

 

Einige Forschungsergebnisse zeigen auch, dass bestimmte Nüsse von der Betelnusspalme Thiamin chemisch verändern können, so dass es nicht so gut funktioniert.


EMPFEHLUNGEN VON VITAMIN B1


Wie bei allen Nährstoffen, ist es am besten zu versuchen, sie aus der Nahrung zu beziehen. als im Gegensatz zu Ergänzungen zu greifen. Ein Thiaminmangel scheint nach Studien nicht üblich zu sein, so dass für die durchschnittliche Person die Ergänzung mit extra Thiamin nicht erforderlich ist.

 

Vitamin B1 ist normalerweise in Vitamin B-Komplex-Ergänzungen enthalten. Zu den komplexesten Ergänzungsmitteln gehören

  • Vitamin B1 (Thiamin),
  • Vitamin B2 (Riboflavin),
  • Vitamin B3 (Niacin / Niacinamid), 
  • Vitamin B5(Pantothensäure), 
  • Vitamin B6,
  • Vitamin B12  

Bis jetzt gab es sehr wenige bestätigte Fälle von sehr ernsten Nebenwirkungen, die nach der Einnahme von zu viel Thiamin berichtet wurden. Es gibt keine große Sorge über zu viel Thiamin auf einmal zu konsumieren, weil es ein wasserlösliches Vitamin ist und es wird angenommen, dass nur ein kleiner Prozentsatz einer hohen Dosis von Thiamin tatsächlich vom Körper absorbiert wird.

 

Thiamin, welches der Körper nicht benötigt, wird innerhalb weniger Stunden wieder ausgeschieden (10). Extra Vitamin B1 in Ergänzungsform wird nicht zu Schäden im Körper führen, aber es ist auch nicht unbedingt notwendig diesen zu supplementieren.


WELCHE LEBENSMITTEL ENTHALTEN VITAMIN B1 (THIAMIN)


Zu den reichhaltigsten Nahrungsquellen von Thiamin gehören verschiedene Bohnen, Nüsse, Samen, Seetang (Spirulina-Pulver), Fisch (Scholle und Tunfisch) und Hefe. Einige Arten von inneren Organen, einschließlich Leber, enthalten auch kleinere Mengen, ebenso wie bestimmte Körper, wie Hafer und Gerste (2).

 

Die meisten Früchte und Gemüse liefern nicht sehr hohe Mengen an Thiamin, obwohl einige wie Erbsen und Tomaten geringe oder mäßige Mengen enthalten. Andere Arten wie Spargel, Kartoffeln, Champignons, Römersalat, Spinat, Rosenkohl und Auberginen enthalten kleine Mengen von B-Vitaminen wie Thiamin, so dass, wenn du große Mengen davon verzehrst, auch entsprechende Mengen zu dir nimmst!


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Dein Coach für artgerechte Gesundheit Carsten



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Carsten Wölffling (B.Sc) | Functional Basics

Coach & Speaker für artgerechte Gesundheit

Sporttherapeut, Health & Food Coach, kPNI i.A, 

Barefoot Coach, Biohacker

 

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