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Warum ich mich mit der Ernährung beschäftige.


Lesezeit:

10min

Was erfährst du:

  • was war vorartgerecht
  • 5000-6000kcal am Tag
  • 6-7mal die Woche trainieren - teilweise 2mal am Tag
  • heute reflektierter und kritischer


Warum ist die Ernährung solch ein wichtiger Bestandteil & ein essenzieller Basic von Functional Basics?

Warum interessiert sie mich so sehr? Dazu möchte ich dir Einblicke geben, wie ich der Ernährung begegnet bin.

 

Ich war schon immer sehr schlank, konnte essen was ich wollte, ich nahm nicht zu und habe begonnen mit dem 7. Lebensjahr Wasserball zu spielen.


Zwischendurch etwas Badminton, aber ansonsten verbrachte ich die meiste Zeit (über 14  Jahre lang) im Wasser.

Später in der Pubertät kam dann zwischenzeitlich das Interesse für Computerspiele & Mädchen auf.

Also ein typischer Alltag für einen heranwachsenden Jungen.


Ich musste schwerer werden.


In den Jahren habe ich verschiedene Ernährungsstile getestet. Teils ins Extreme. Sei es Vegan, Paleo, Carnivor, Ketogene Ernährung.
Bevor ich 2012 zu meiner eigenen Ernährung gekommen bin, war ja noch die Zeit davor! Ich war ich ein super Futterverwerter und pendelte zwischen verschiedenen Ernährungsstilen hin und her. Zwischen konventioneller Mast bis hin zu Vegan. Ich war immer sehr schlank und hager und war ich fürs Wasserballspiel irgendwann zu leicht.
Ich war zwar flink und wendig, aber wenn du gegen 15kg und mehr mehr Masse anschwimmen musst, ist das mit der Zeit sehr kräftezehrend.
Daher habe ich mit 15 angefangen, daheim zu trainieren. Es fing mit Liegestütze & 3 kg Hanteln an und mit der Zeit nahm ich den heimischen Bungalow und die Werkstatt in Beschlag.
  • Regeneration? Was ist das? Auf gut Deutsch - Essen, Trainieren, Essen, Trainieren, ... .
Zwei Hantelbänke, ein selbstgebautes Seilzuggerät, Traktorreifen, geschweißtes Eisen Co waren vorhanden.
Getreu dem Motto, viel hilft viel, verschwand ich fast täglich in den Räumen,  zusätzlich zu 3 Wasserballeinheiten (oft habe ich am Jugendtraining und dem Erwachsenentraining teilgenommen = bis 4h im Wasser) und Wettkampftagen am Wochenende.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich dienstagabends 1,5 Stunden Schwimmtraining hatte. Davor ging ich 2 Stunden in den Kraftraum und danach zum Schwimmtraining
Oftmals schwamm ich dann 50m und machte 20 Liegestütze. Dann ging es wieder ins Wasser und das dann 1000-1500m. Hat funktioniert!
Mit dem wachsenden Trainingspensum wuchs auch mein Hunger. Statt 2 Stullen am Abend gab es einfach 6 Stullen. Zwischendurch wurde gegessen, was da war. Neben der Schule habe ich in einem Schwimmbad im Bistro gearbeitet. Die Reste, welche abends über geblieben waren (6h alte Pommes &  Co) wurden gegessen. Man nannte mich 7 köpfige Raupe.

Das Krafttraining, welches ich damals durch führte, war aus dem Internet und Zeitschrift entnommen.

Nach einiger Zeit waren die Geräte, an denen ich daheim trainierte erschöpft und auch die Übungsausführung war fragwürdig, sodass ich mich in einem Studio in der Nähe anmeldete. 



In dem Fitnessstudio bekam ich einen Trainings- und später auch einen Ernährungsplan (mit dem 16. Lebensjahr).

Ab diesem Tag fing ich an, Haferflocken zu schreddern, sodass ich mehr davon essen konnte und meine Ernährung zu protokollieren und zu berechnen.

 

In die Schule begleiteten mich Shakes, Tupperdosen mit Quark und vorbereitet Essen. Teilweise ließ ich Bücher für die Schule daheim, um mein Essen mitzubekommen!

 

Mit dem Ziel schwerer und stärker zu werden. Meine damalige Devise: "Die Funktion formt das Objekt".

Mir war es egal, ob ich ein Sixpack bekäme oder die Optik stimmt. Hauptsache schwer und stark - irgendjemanden wird es schon gefallen.

 

Das viele essen und das strukturierte Training schlugen an und ich wurde schwerer und stärker.

Im Studio gab es auch die richtigen Kanten und Atzen. Das sah zwar ganz cool aus, aber passte nicht zu meiner Sportart.

Also habe ich weiter trainiert und "gefressen".

 

Vor der Bundeswehr 2006 wog ich ca. 80kg und die Planung des Trainings & Essens liefen gut.

Abhängig natürlich, was daheim gekauft wurde. Meine Mama sagte mir einmal, dass wir zu zweit mehr Essengeld im Monat Ausgaben als zuvor zu viert. Woran das wohl lag... .


Bundeswehr - helle Brötchen & der Mixer startet 4:30


Auf die 2006 Bundeswehr freute ich mich sehr. Nicht nur, dass man daheim das erste Mal raus war, sondern die Disziplin &  der tägliche Sport. Am Abend meines Abiballs wurden die Haare geschoren und kurz darauf ging es zur Panzerie nach Torgelow.

 

Kraftraum? Nicht für Rekruten. Liegestütze &  Co standen auf dem Plan. Essen gab es regelmäßig, aber für meine Verhältnisse viel zu wenig. Hinzu kam ein kompletter Wechsel des Trainings.

 

Von schwer auf ausdauernd. Nach kurzer Zeit fühlte ich mich wie ein Wrack. Ich hatte das Gefühl, ich falle auseinander. Also musste improvisiert werden. Von daheim nahm ich mir Gewichte mit (2x10kg, 4x5kg), einen Mixer, diverses Eiweißpulver und die geliebten Haferflocken mit.

 

Ab sofort nahm ich zusätzlich im Rucksack 10kg Zusatzgewicht mit (das handelte mit den Codenamen Hantelscheibe ein) und trank zwischendurch geschredderte Haferflocken mit Eiweißpulver und Kakao. Meine Kameraden "freuten" sich, wenn früh 4:30 der Mixer los ging.   



Als wir dann Zugang zum Kraftraum bekamen, blieb ich teilweise 4 Wochen am Stück in Torgelow.
Teilweise alleine im Kompaniegebäude. Ich habe in der Offiziersküche gekocht und trainiert.
Zum Frühstück kam es nicht selten vor, das ich 10 Brötchen schmierte (teilweise 5-10 Scheiben Käse, Wurst & Co pro Brötchen) und in einer weißen Plastiktüte mit nahm (soviel zur damaligen Nachhaltigkeit).
Ich erinnere mich noch gut, als mir ein Truppenführer einen Tipp gab: "Wölffling, sie können sich noch so gut tarnen, solange ihre weiße Plastiktüte mit Brötchen aus dem Rucksack schaut, wird man sie immer aufspüren."
Als wir dann Übungen und Manöver im Panzer trainierten, habe ich mir sogar eine "Essenbox" gebaut, welche es ermöglicht immer den Shake und Brötchen parat zu haben. Wer schon mal auf dem Richtschützenplatz eines Panzers saß, wird wissen, dass es keinen Getränkehalter gibt. Das ging im Grunde 9 Monate so. 

Studium - auf & ab´s - die Mast hat ein Ende


Im Studium 2007 blühte ich dann auf. Selbstversorgung aber wenig Geld zur Verfügung. Stark & schwer sein, das war mein Bestreben.

Also meldete ich mich bei der Uni im Kraftraum an und checkte die Lebensmittelanbieter. Viel essen, rund um die Uhr und Training war das Tagesmotto. Nebenbei wurde studiert. Das billigste Hühnchen, Nudeln en masse und Supplemente.

 

Wozu Gemüse kaufen, wenn man künstliche Vitamine bei Rossmann & Co bekommt? (das war der damalige Stand meines Wissens).

 

Die Bilder schauen nicht schön aus (das war lange vor der Zeit von Instagram & sozial Media), aber es entspricht der damaligen Realität. 

In einem Semester mästete ich mich mit knapp 5500-6000kcal pro Tag und 5-6 Trainingseinheiten auf 87kg. Zum Glück wohnte ich im Erdgeschoss, da meine Ausdauer zu wünschen übrig ließ. 

 

An den Standardtagen kochte ich vor dem Zähneputzen schon das Nudelwasser,

  • 200-400g Müsli mit Joghurt oder Quark zum Start in den Tag war keine Seltenheit.
  • 750 bis 1000g Nudeln in Trockengewicht landeten im Wasser,
  • dazu 8 Hühnerbeine und etwas Gewürze oben drauf.
  • Vitamine gab in verschiedenen Geschmäckern und Farben in Form von Sprudeltabletten und Supplementen. Im Nachhinein hab ich nicht nur viel gegessen, sondern auch entsprechend viel Müll produziert. 

Das Essen war ein ständiger Begleiter in der Uni. Wie in der Schule musste ich das ein oder andere mal Bücher daheim lassen, sodass ich das Essen mit bekam. 



Nachdem ich 2008 mein Studiengang von Sportgerätetechnik zu Sporttherapie gewechselt hatte, kam neben dem von mir ausgewählten Krafttraining Abwechslung ins Spiel. Wieder Schwimmen, Badminton, Laufen, Hüpfen - all das, was man im Sportstudium halt so macht - standen auf dem Plan.

 

Auch brach mein Interesse für "Functional Training" aus.

 

Fortan beschäftigte ich mich (das war dann 2008) vermehrt mit mehr Details der Ernährung und besuchte neben dem Studium die ersten Ausbildungen & Workshops.

 

In verschiedenen Fitnessstudios fing ich an, Menschen in verschiedenen Kursen zu trainieren.

 

Schnell "schrumpfte" mein Körper wieder auf solide 80kg. Ich stellte immer mehr infrage und tatsächlich brach für mich nach und nach eine Welt zusammen - Nährstoffmangel, Kohlenhydratisierung und deren mögliche Folgen, Massentierhaltung und warum eigentlich das schwere Training?


Vegan, Vegetarier, Carnivor, Paleo oder doch lieber Keto? Was soll es nun sein?


Mit der Massentierhaltung hat mich damals derart beschäftigt, dass ich EINFACH zwischen 500-1000g Fleischkonsum mit Tofu ausgetauscht

Ich mutierte zum Veganer!

 

Was soll schon passieren? Eiweiß = Eiweiß! (Inzwischen wissen wir ja, dass es nicht so ist!) Gemüse landete schon etwas mehr auf dem Teller aber so richtig gut ging es mir mit dieser Umstellung nicht.

 

Meine Haut und Leistung wurden schlechter. Also 1:1 einfach austauschen konnte nicht das Ziel sein. Das war 2011. Diese Phase dauerte ca. 6 Monate. Was also nun? Mein Ziel war es rundum gesund zu sein. Mögliche Faktoren (damals drehte sich alles um die Ernährung & das Training) zu beseitigen, welches meine Leistung, Vitalität und letztendlich meine Gesundheit gefährdete.

 

2011 hatte ich dann auch mein Burnout, welches mir aufzeigte, dass auch das Streben nach Perfektionismus, mangelnde Regeneration, einseitige Ernährung voll nach hinten losgehen kann.

 

Anfang 2012 lernte ich dann meine Freundin und Wegbegleiterin Marie kennen. Aufgewachsen auf einem Ökohof brachte sie ihre Erfahrungen mit Ernährung und Gesundheit in mein Leben. Ich las schon vieles über Gluten, Hülsenfrüchte, Milch und deren eventuellen, gesundheitlichen Schattenseiten - doch nun stand eine Person vor mir,  welche (die mit damaligen Ausnahmen) "Paleo" lebte, ob wohl es diesen Begriff noch nicht mal in Deutschland etabliert war.

 

Marie ist die Intuitive, ich der alles hinterfragt (und da flogen auch mal die Fetzen).

 

Ich schmiss alle Ziele von damals (da ich mich ab sofort mit dem "warum" beschäftigte) über Bord, von einem Tag zum anderen gab es keine Nudeln mehr, es wurde artegerechter gekocht und gegessen (schau dir nochmal die Bilder oben an!).

 

Einen gelben Sack Supplements habe ich entsorgt - zig Pülverchen und Tabletten.


Heute (2016)


...leben wir momentan in Leipzig - ich beschäftige mich nun seit meinem 16. Lebensjahr mit der Ernährung,  habe zig Lehrgänge und Workshops besucht und schreibe den Blogartikel momentan zwischen 73-75kg (1,81m Körpergröße) und einem Körperfettanteil schwankend zwischen 8-10%.

 

Wie du oben gelesen hast: Während des Studiums hatte ich einen kompletten Systemausfall.

 

Die Nieren arbeiteten nicht mehr richtig, andauerndes, hohes Fieber. Meine Mutter holte mich damals aus meinem Wohnheimzimmer ab und peppelte mich wieder auf, nachdem ich alle Klamotten nass geschwitzt waren und ich nur noch dahin vegetierte. Verschiedene Blutmarker waren betroffen und, und, und. Die Summe meines damaligen Lebensstiles (und die Ernährung ist nur ein Zahnrad im Getriebe).

 

Man könnte so etwas auch als Burnout bezeichnen. Damals hieß das aber vielleicht noch nicht so.

 

Hier schildere ich dir meinen Weg der Ernährung. Ernährung ist kein Label, keine Ernährungsschiene oder Diät - es ist Teil deines Lebensstiles und die Wahl, wie du leben möchtest.

 

Dazu werden noch mehr Blogartikel folgen. Ich reflektiere meine Ernährung und meinen Lebensstil täglich weiter und gebe diesen weiter.

 

Lese, lerne und hinterfrage kritisch. Für mich war es vollkommen "normal" so viel zu essen und mich zu mästen. Aber nur weil etwas "normal" ist, muss es nicht gesund sein! Auch mein damaliges Trainingsziel ist im Nachhinein aus meiner Sicht vollkommen abwegig und unnatürlich.



Wir sehen oftmals nur das aktuelle Bild, aber was ist mit dem Film? Das ist der Schwerpunkt meiner Arbeit: Functional Basics - die Basis für deine Gesundheit.

 

Wenn dir dein aktuelles Spiegelbild nicht gefällt, du unzufrieden mit deinem Gesundheitsstatus oder deiner momentanen Situation bist - dann nur, weil etwas dazu geführt hat! Aber es ist immer veränderbar!

 

Wir müssen manchmal Dinge überdenken und ändern. Und wenn es eine 180° Kehrtwendung zu bereits getanen Dingen benötigt, dann ist es so und vollkommen in Ordnung.

 

Manchmal benötigt es Mut, Einsicht und etwas Ausdauer um Dinge zu ändern. Manchmal auch etwas Hilfe.


Ich freue mich, wenn du etwas aus dem Text mitnehmen konntest oder ich dich vielleicht etwas zum Schmunzeln gebracht habe.


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Carsten Wölffling (B.Sc) 

Health & Life Coaching • Speaker • Creator

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