Intermittierendes Fasten im Alltag

Wie ich intermittierend faste.


Lesezeit:

5min

Was erfährst du:

  • Wie ich vor IF gelebt habe
  • Wie ich heute den IF im Alltag integriere 

 



Was war vor dem intermittierenden Fasten?


Wenn du mich mit 16, 18 oder 22 gefragt hättest, was intermittierendes Fasten ist und was passiert, wenn man eine Mahlzeit auslässt, dann hätte ich dir wohl gerade mit Essen im Mund beantwortet: Muskelabbau. In meinen sportlich aktivsten Jahren (als Jugendlicher im Gymnasium vom Kraftsport (1,5h) zum Wasserball, welches teils 3,5-4 Stunden ging - Jugendtraining und Männertraining hintereinander).

 

Ich habe Bücher daheim gelassen, um mein Essen mit in die Schule nehmen zu können. Ich hatte keine Doppelstullen - ich hatte Tri- und Tetrastullen. Ich habe nicht gekaut, sondern geschlungen, um in den kurzen Pausen die hohe Mahlzeitenfrequenz aufrecht zu erhalten.

 

Wenn die Lehrer meinten, ich solle das Essen weglegen, dann hieß das für mich - iss bitte dein Essen auf! In der Bundeswehr ging es dann weiter. Nicht nur, dass ich zusätzliches Gewicht im Rucksack mitgenommen habe (den Kraftraum durften wir erst sehr spät nutzen), ich habe auch zig belegte Brötchen (teils 10 doppelte Schrippen für die Tagesverpflegung ) mit in den Rucksack gequetscht.

 

Diese waren (heute nicht mehr vorstellbar) in einer großen weißen Tüte verpackt, die fast immer aus meinem Tarnrucksack geschaut hat. Jetzt stell dir die beste Tarnung im Unterholz vor. Tarnschminke, Flecktarn, Blätter und Geäst am Helm - man ist also ein wandelnder Teil des Waldes und dann schaut aus dem Rucksack ein stück weiße Tüte mit Brötchen.

 

Im Studium blühte ich dann auf. Eigene Verpflegung und eigene Küche mit 2 Herplatten (kein Herd) im Wohnheim. Im Studium ging dann das große "fressen" weiter. Warum schreibe ich das hier hin?

 

Was in der Tiermast funktioniert, dass sehen wir teilweise in der heutigen Bevölkerung wieder. Bewegungsmangel, wenig Tageslicht und unartgerechte Fütterung. Die Tiere landen dann anonym in Plastik verpackt im Kühlregal, von künstlichen Licht angestrahlt. Was machen wir nun mit den Menschen?


Meine Erfahrungen mit dem intermittierenden Fasten.


Der Artikel beruht lediglich auf meine persönlichen Erfahrungen. Mögliche Effekte und Anwendungsmöglichkeiten von IF findest du im Food IQ.

Unbewusst habe ich 2013, als wir nach Leipzig gezogen sind mit dem intermittierenden Fasten. Durch den Umzug und Arbeitsbedingt kam es immer mal wieder vor, dass ich früh ohne Essen aus dem Haus bin und die erste Mahlzeit am frühen Nachmittag eingenommen habe.

 

Damals noch versteift auf den Energiehaushalt und Nährstoffe hab ich einfach das, was mir "fehlte" in der Zeit gegessen, wenn ich die Zeit hatte. Weder habe ich abgenommen, noch zugenommen. Allerdings wurde mein Schlaf besser und tatsächlich war Essen ein Stressor neben der geregelten Arbeit für mich, da im Hinterkopf immer die katabole Stimme des modernen Fitnesslifestyles zu mir sprach - bloß nicht Muskeln verlieren und nicht mehr Strandkonform ausschauen.

 

Seit ich mich mit diesen Themen auseinander setze und unsere Gesellschaft, Zivilisation, gesponserter Fitnesslifestyle, Gesundheitssytem kritisch in Frage stelle, hat es auf einmal richtig "plopp" in meinem Kopf gemacht und IF nahm seinen täglichen Lauf. 


Mein intermittierendes Fasten im Alltag.


Das erste, was ich über mehrere Wochen verwendete, war das Warrior-Fasten, oder auch Ramadanfasten. Als damals das Flow, das erste Paleo Restaurant in Leipzig eröffnete und wir zeitgleich in eine neue Wohnung gezogen sind, hatten wir keine Küche. In der ersten Wohnung stand eine Einbauküche. In der neuen Wohnung ragte ein Wasserrohr in der Küche aus der Wand. Das war unsere Küche.

 

Tagsüber Gäste und dann habe ich mir erst Essen nach dem alle Gäste raus waren im Restaurant gekauft. Also zu jener Zeit war es zur Koch- und Essenszeit immer dunkel. Tagsüber gab es, wenn überhaupt, mal eine Handvoll Nüsse und viel zu trinken. Nachts gab es dann 1800-3000kcal innerhalb weniger Zeit.

 

Auch in dieser Zeit habe ich weder zugenommen noch abgenommen. Auch hat sich mein Körperfettanteil nicht verändert. Natürlich ist diese Variante nicht klug, da es den Schlaf massiv beeinflusst hat. Aber für eine Weile als Überbrückung kein Problem. Wichtig ist, dass du dann in den Mahlzeiten, welche man dann verzehrt, entsprechend nährstoffreiche Lebensmittel verzehrst (entsprechende Eiweiße, Fette, Vitamine, Ballaststoffe, Kohlenhydrate etc.) und nicht irgendeinen "Mist" (zerkochtes Fertigdosenfutter, Pizza, Süßkram & Co).

 

Aktuell mache ich das 16/8 Modell. Es kommt auch mal vor, dass ich Eat-Stop-Eat anwende. Kurz nochmal zu dein einzelnen Systemen:

  • das 16/8 Modell sieht vor, dass man ein 8 Stundenfenster zum Essen hat und 16 Stunden nichts isst.
  • Beim Eat-Stop-Eat wird ganz normal gegessen und nach Befinden einfach ein Tag mit dem Essen komplett ausgesetzt.

Intermittierendes Fasten Methoden

Mein grober Ablaufplan für das intermittierende Fasten.


Hier nur ein grober Ablauf meines Tages, wie ich das IF einbaue (Stand Sommer 2017):

  • ca. 6 Uhr aufwachen - Schlafqualität auswerten
  • Flüssigkeitshaushalt auffüllen, je nach Fokus des Tages NEMs (Abhängig von Jahreszeit- und Blutbild, gibt auch Phasen, wo ich Dinge an mir teste, größtenteils aber NEM-frei)
  • ca. 6:30 raus in die Natur [Thermogenese, Erdung, morgendliche Gymnastik, erste Sonnenstrahlen tanken]
  • 7:30-8:30 Essen für den Tag vorbereiten
  • Arbeitsbeginn ab 9:00
  • Beginn der Essenphase ca. 12:00
  • Ende der Essenphase ca. 20:00
  • Bett ca. 30min nach Dämmerung (ca. 22:30-22:45) - im Winter wird wieder mehr geschlafen

Meine größten Vorteile vom intermittierenden Fasten


Ich habe mich vollkommen vom konditionierten Bullshit getrennt.

  • Hunger ist etwas schlimmes
  • Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages
  • Immer ein Snack in der Tasche

Unser Körper ist angepasst an "mal Hungern". Man nennt das metabolische Flexibilität. Praktisch und über Millionen Jahre angepasst! Es macht wenig Sinn den Körper mit einer ständig hohen Mahlzeitenfrequenz zu belasten.


Persönlich komme ich mit dem IF super klar. Falls du auch IF anwenden möchtest und mehr über natürliche Gesundheit erfahren möchtest, kannst du gerne mit mir Kontakt aufnehmen. Machst du selber auch IF und wenn ja, wie baust du es in deinen Alltag ein?